Zu Zeiten des Dritten Reiches waren unter den vielen Opfern auch Perser zu finden, wenn auch nicht viel. Zu Beginn der Forschungen von Pirisan Mahboob zusammen mit Daniel Gaede, dem damaligen Abteilungsleiter für Pädagokik in der Gedenkstätte Buchenwald wurden drei persische Häftlinge festgestellt, die alle ihre Haftzeit im KZ bzw. in einem der Außenlager nicht überlebt haben. Im Rahmen der aktuellen Recherchen und Forschung kam die Ehefrau von Arpian Aslaniantz noch dazu.

Bei diesem Projekt geht es nicht nur um die Opfer selbst und ihre Schicksale, sondern vor allem um konkrete Versöhnung. Hintergrund dazu ist, dass von offizieller Seite bis heute im Iran der Holocaust bestritten wird. Nun sind aber nachgewiesenermaßen auch verschiedenste Iraner dabei ums Leben gekommen und dieser Spannungsbogen muss aufgearbeitet werden. Deswegen soll die Dokumentation, die am Ende das Ergebnis dieser Forschungsarbeit sein wird, nicht nur in Deutsch, sondern auch in Englisch und vor allem in Farsi verfasst sein.

Folgende Opfer persischer Herkunft im Zusammenhang mit dem KZ Buchenwald sind uns bisher bekannt:

  • Dr. med. Samuel Houshmand, Arzt aus Frankfurt/M. und aktives SPD-Mitglied, *21.04.1892 in Tabriz/Iran, † 05.06.1942 in Buchenwald/Weimar, Häftlingsnummer 4.887
  • Maxud Miridjanian, Gastwirt, * 30.04.1892 in Salmast/Iran, † 05.03.1945 Außenlager Dora, Boelke-Kaserne Nordhausen, Häftlingsnummer 76.908
  • Arpian Aslanianz, Rechtsanwalt aus Paris, * 16.12.1895 in Tabriz/Iran, † 15.02.1945 in Buchenwald/Weimar, Häftlingsnummer 77.866
  • Louise Aslianiantz, geb. Grigorian, Schriftstellerin, *  05.05.1904 in Tabriz/Iran, † 02.02.1945 im KZ Ravensbrück, Häftlingsnummer 4.460 (Buchenwald), 57.440 (Ravensbrück)